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Air Products und Gunvor entwickeln grünes Wasserstoff-Importterminal in Rotterdam

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Autor: Magnus Schwarz

Air Products und Gunvor entwickeln grünes Wasserstoff-Importterminal in Rotterdam
Blick auf den Hafen von Rotterdam (Quelle: Port of Rotterdam/Dick Sellenraad)

20. Juli 2022 | Air Products und Gunvor Petroleum Rotterdam haben eine Entwicklungsvereinbarung für ein Importterminal in Rotterdam unterzeichnet. Die Vereinbarung ist eine Reaktion auf die steigende Nachfrage nach grünen Energiequellen, um die Klimaziele zu erreichen und die Energiequellen zu diversifizieren. Das Importterminal wird voraussichtlich 2026 den ersten grünen Wasserstoff an die Niederlande liefern.

Grüner Wasserstoff ist für die Energiewende unverzichtbar. Er hat ein beträchtliches Potenzial, um schwer zu dekarbonisierende Sektoren wie den Schwerlastverkehr und die Industrie nachhaltiger zu machen. Die Herstellung von grünem Wasserstoff erfordert eine große Menge an erneuerbarer Energie, die in der Europäischen Union wahrscheinlich nicht lokal erzeugt werden kann. Daher ist die Einfuhr von grünem Wasserstoff in großem Maßstab dringend erforderlich, um die europäischen Ziele „Fit for 55“ und „REPowerEU“ für erneuerbare Energien zu erreichen. Mit diesem Projekt können die Niederlande einen wichtigen Beitrag zu diesen europäischen Zielen leisten.

Wichtige Entwicklungsmeilensteine

Die Unterzeichnung der Vereinbarung ist ein wichtiger Schritt auf dem Weg zu einer Investitionsentscheidung. Sie wird getroffen, sobald die Unternehmen genügend Vertrauen in den rechtlichen und regulatorischen Rahmen, das Genehmigungsverfahren und die finanzielle Unterstützung haben. Die Zertifizierung von grünem Wasserstoff soll sicherstellen, dass man importierten grünen Ammoniak und den daraus gewonnenen grünen Wasserstoff anerkennt. Dadurch ist er bei den europäischen Zielen für erneuerbare Energien anrechenbar. Um finanzielle Unterstützung zu erhalten, soll die EU dieses Projekt als „Important Project of Common European Interest“ (IPCEI-Projekt) anerkennen. Air Products freut sich auf die weitere Zusammenarbeit mit den beteiligten Stakeholdern. Das Unternehmen zielt auf eine breitere Unterstützung für das Projekt.

Tor zu Nordwesteuropa

Das Gunvor-Gelände in Europoort Rotterdam ist einer der europäischen Standorte, die Air Products für die Entwicklung eines grünen Wasserstoff-Importterminals in Betracht zieht. Das Gelände bietet eine strategische Lage für die Anlandung von grünem Ammoniak aus großumfänglichen und überseeischen Wasserstoffproduktionsanlagen, die Air Products und seine Partnern betreiben. Nach der Ankunft wandelt man das grüne Ammoniak in grünen Wasserstoff um. Dann vertreiben Unternehmen es an europäische Märkte wie die Niederlande, Deutschland und Belgien. Air Products und Gunvor haben eine nachgewiesene Erfolgsbilanz in den Bereichen Zuverlässigkeit und Sicherheit. Sie sind bestrebt, erstklassige Leistungen in der Personen- und Prozesssicherheit zu erbringen.

Eine unabhängige Analyse von CE Delft hat ergeben, dass das Projekt einen indirekten wirtschaftlichen Nutzen in Höhe von 260 bis 425 Mio. Euro generiert. Zudem schafft es in den kommenden Jahren Tausende von Arbeitsplätzen. Darüber hinaus erbringen die Einsparungen bei CO2-Emissionen im Verkehrssektor zusammen mit dem Vorteil der Verringerung anderer schädlicher Emissionen im Jahr 2030 einen ökologischen Gesamtnutzen von über 100 Millionen Euro.

Allard Castelein, CEO des Hafenbetriebs Rotterdam, erklärt: „Wir unterstützen die Pläne von Air Products und Gunvor, die ein gutes Beispiel für die Nutzung einer Industriebrache zur Errichtung eines neuen Importterminals für grünes Ammoniak im Rotterdamer Hafen sind. Beide Unternehmen sind seit langem im Energiesektor tätig und reagieren auf die Forderung der Gesellschaft, die Treibhausgasemissionen zu verringern und die Energieunabhängigkeit Europas zu erhöhen.

 

Grünes Ammoniak ist nicht nur ein Wasserstoffträger und ein Rohstoff für die chemische Industrie, sondern auch ein wichtiger erneuerbarer Kraftstoff für die Schifffahrt. Mit Vorreiterprojekten wie diesem wird Rotterdam zur wichtigsten Wasserstoff-Drehscheibe in Europa werden.“

 

(Port of Rotterdam/2022)

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