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H2-Cluster Ingolstadt: Unternehmen planen Wasserstoffinfrastruktur

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Autor: Magnus Schwarz

Mit rund 140.000 Einwohnern ist Ingolstadt die fünftgrößte Stadt Bayerns
Pixabay/inkognito-photography

18. September 2023 | Mehrere bayerische Unternehmen haben ein Konzept für die H2-Infrastruktur in der Region Ingolstadt vorgelegt. Zu den beteiligten Firmen gehören die Bayerngas GmbH, bayernets GmbH, bayernoil Raffineriegesellschaft mbH, Energienetze Bayern, Gunvor Raffinerie Ingolstadt GmbH, Stadtwerke Ingolstadt Energie GmbH, Stadtwerke Ingolstadt Netze GmbH und die Audi AG. Das Konzept wurde von der Forschungsgesellschaft für Energiewirtschaft mbH (FfE) wissenschaftlich begleitet.

Das Konzept haben Vertreter der Projektgruppe H2-Cluster Ingolstadt am Freitag (15. September) an Bayerns Wirtschaftsstaatssekretär Roland Weigert sowie Vertreter von umliegenden Kommunen, der Industrie und Verbänden übergeben.

Es ist das Ergebnis des im Mai 2022 begonnenen Projektes HyPipe Bavaria / H2-Cluster Ingolstadt. Darin wurde auf Basis der vor Ort zu erwartenden Wasserstoffmengen und des bestehenden Erdgasnetzes eine Wasserstoffinfrastruktur für die zukünftige Entwicklung der Region entworfen. Übergeordnetes Ziel ist es, auf den Neubau von Leitungen zu verzichten. Dazu wollen die Beteiligten das bestehende Erdgasnetz durch Umwidmung auf Wasserstoff nutzen und regionale Wasserstofferzeuger und -Verbraucher miteinander verbinden.

Die Ergebnisse der Untersuchung sind nach Angaben der Projektgruppe direkt in die Ausarbeitung des neuen Netzentwicklungsplanes Gas 2023 eingeflossen. Zudem sind sie Teil des geplanten Wasserstoffkernnetzes der Bundesregierung, das Teil der Nationalen Wasserstoffstrategie ist.

Drei Kernpunkte für lokale Wasserstoffinfrastruktur

Die in Ingolstadt entstehende Wasserstoffinfrastruktur soll allen interessierten Marktteilnehmern offenstehen. Im ersten Schritt sieht das Konzept vor, H₂-Erzeugungsanlagen und H₂-Verbraucher miteinander zu verbinden. So möchte das Cluster die Voraussetzung für eine Anbindung an die nationale und europäische Wasserstoff-Transportinfrastruktur bis 2030 schaffen. Das Konsortium hält die Wasserstoffinfrastruktur im Großraum Ingolstadt für einen “wesentlichen Baustein zum Erreichen einer klimaneutralen Energieversorgung in 2040”. Zudem soll sie den Wirtschaftsstandort langfristig sichern.

Quelle: Bayernets

Quelle: Bayernets

Nach Übergabe des Konzeptpapiers diskutierten die Gäste Dr. Matthias Jenn (Geschäftsführer, bayernets GmbH), Ralf Seid (Geschäftsführer, Gunvor Raffinerie Ingolstadt GmbH), Dr. Fabian Pfaffenberger (Geschäftsführer, Zentrum Wasserstoff.Bayern), Christian Egetemeyr (Referatsleiter Gasinfrastruktur, Wasserstoff, Versorgung mit Energieträgern, StMWi) und Maximilian Mayer (Abteilungsleiter Wirtschaft und Innovation, IFG Ingolstadt) über die Entwicklung einer Wasserstoffwirtschaft in der Region Ingolstadt. Folgende Kernpunkte stellten sie dabei heraus:

  • Das Projekt stehe im Rahmen des deutschen Wasserstoffkernnetzes kurz vor der Umsetzung. Es sei weiterhin wichtig, sich regelmäßig zu treffen und im Dialog zu bleiben.
  • Die Vorarbeiten zum Wasserstoffkernnetz auf Fernleitungsebene seien zu begrüßen, doch sei das Verteilnetz bisher nicht ausreichend betrachtet worden.
  • Generell gebe es einen großen Wasserstoffbedarf in der Region, der auch über Importe gedeckt werden müsse.

 

150 Mio. € Förderung für Wasserstoff in Bayern

In seiner Rede betonte Wirtschaftssekretär Weigert, dass die Region Ingolstadt ein “wirtschaftliches Schwergewicht” sei, das “in der Wasserstoffwelt von morgen” weiter von Bedeutung sein werde. Er begrüßte den Vorstoß der FNB zum Aufbau eines Kernnetzes im Juli. Zudem hob er hervor, dass Bayern in puncto Wasserstoff ein Vorreiter sei:

„Mit der bayerischen Wasserstoffstrategie haben wir im Frühjahr 2020 als erstes Bundesland und noch vor der Bundesregierung und der EU einen konkreten Fahrplan für den Hochlauf der Wasserstoffwirtschaft vorgelegt. Seitdem schieben wir das Thema mit vielen Maßnahmen und Initiativen entlang der gesamten Wertschöpfungskette massiv an.

 

Unser Wasserstoffzentrum H2.B hat sich als zentraler Player etabliert und bringt bereits über 330 Partner aus Wirtschaft, Spitzenforschung und kommunaler Ebene im Wasserstoffbündnis zusammen. Auch beim Aufbau der Infrastruktur ist Bayern Schrittmacher. Wir nehmen 150 Millionen Euro in die Hand und errichten damit bis zu 50 Elektrolyseure im ganzen Freistaat. Außerdem fördern wir den Bau von Wasserstofftankstellen für LKW und Busse.“

Weitere Informationen zu den Wasserstoffprojekten von bayernets

(Quelle: bayernets/2023)

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Quelle: Uniper SE
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