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H2vorOrt veröffentlicht ersten bundesweiten Transformationsplan für Gasnetze

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Autor: Magnus Schwarz

H2vorOrt veröffentlicht ersten bundesweiten Transformationsplan für Gasnetze
Die Umstellung der Gasverteilnetze auf klimaneutrale Gase ist eine Schlüsselaufgabe der nächsten Jahrzehnte (Quelle: H2vorOrt)

07. September 2022 | 180 Gasverteilnetzbetreiber deutschlandweit haben Planungsdaten für den Gasnetzgebietstransformationsplan 2022 abgegeben. Der Bericht zeigt den Willen der Branche, die Klimaneutralität ambitioniert umzusetzen.

Mit der Veröffentlichung des Planungshandbuchs zum Gasnetzgebietstransformationsplan (GTP) im März 2022 wurde der mehrjährige, deutschlandweite Prozess, die Gasverteilnetze in die Klimaneutralität zu transformieren, gestartet. Jetzt liegt der erste konsolidierte Gesamtbericht auf Basis der Einzelplanungen der Unternehmen vor. Im Fokus des GTP steht dabei die Umstellung der Gasverteilnetze auf klimaneutralen Wasserstoff, Biomethan sowie weiteres klimaneutrales Methan bzw. Mischgase.

Regulärer Wasserstoffeinsatz in greifbarer Nähe

Mit 180 teilnehmenden Netzbetreibern im ersten Planungsdurchgang wird bereits die Mehrheit der Netzanschlüsse und Verteilnetzkilometer in Deutschland abgedeckt. Die weit überwiegende Mehrzahl aller Landkreise in Deutschland hat Gemeinden, deren Gasnetze von einem der teilnehmenden Unternehmen betrieben werden.

Die Mehrheit der teilnehmenden Netzbetreiber sieht den ersten regulären Einsatz von Wasserstoff in ihren Verteilnetzen sehr zeitnah, in großen Teilen Deutschlands schon innerhalb der nächsten acht Jahre. Großflächige Umstellungen auf 100 Prozent Wasserstoff werden dann vielfach in den 2030er Jahren antizipiert. Je nach Region wird auch von einem langfristigen und umfangreichen Einsatz von lokal erzeugtem Biomethan ausgegangen.

Im GTP ist die jeweilige Situation vor Ort die Ausgangsbasis für die Transformation der Kommunen und Regionen zur Klimaneutralität. Die Gasverteilnetzbetreiber bringen in ihren Planungen jetzt die Bedarfe der Kunden, sowie die Planungen der Fernleitungsnetzbetreiber und Betreiber dezentraler Erzeugungsanlagen zusammen. Nur durch diesen Brückenschlag kann ein kohärentes Zielbild einer klimaneutralen Versorgungsinfrastruktur mit Gas geschaffen werden.

Investitionsfähige Planung bis 2025

Die Verteilnetzbetreiber haben in einem strukturierten Prozess ihre Netzgebiete hinsichtlich ihrer Kundenbedarfe, der dezentralen Einspeisesituation, der Belieferung durch vorgelagerte Netzbetreiber und der technischen Eignung ihrer Leitungsnetze für Wasserstoff untersucht. Auf dieser Basis wurden Planungsdaten an H2vorOrt übermittelt und dort zu einem Bericht konsolidiert.

Diese Analysen werden in den Folgejahren weiter vertieft, mit jährlicher Berichterstellung. Ziel ist, spätestens 2025 eine investitionsfähige Planung vorliegen zu haben.

Florian Feller, Vorsitzender von H2vorOrt, sieht die deutschen Gasverteilnetzbetreiber auf einem sehr guten Weg:

„Mit dem GTP 2022 legen wir den ersten Bericht zu einem weltweit bisher einzigartigen Planungsprozess zur Transformation der Gasverteilnetzen zur Klimaneutralität in einem Industrieland vor. Die Ergebnisse zeigen klar, dass die deutschen Verteilnetzbetreiber bereits jetzt großflächig planen, ihre Netze auf eine Wasserstoffversorgung umzustellen.“

Die Basis: eine leistungsfähige Infrastruktur

Prof. Dr. Gerald Linke, Vorstandsvorsitzender DVGW:

„Unverzichtbar für eine weiterhin sichere, bezahlbare und klimaschonende Energieversorgung ist eine leistungsfähige Infrastruktur. Die vorhandenen Gasverteilnetze sind wertvolle Assets, die Deutschland zwingend zum Erreichen der Klimaneutralität in Industrie, Gewerbe, der Stromerzeugung und auch im Wärmesektor benötigt. Der GTP schafft die Grundlage, dass wir über sie schnell große Mengen Wasserstoff in unserem Land verteilen können.”

Ingbert Liebing, Hauptgeschäftsführer VKU, betont die Rolle des GTP auch in der kommunalen Wärmeplanung:

 „Erneuerbare Gase sind ein Kernelement der Wärmewende! Der Plan berücksichtigt überregionale Zusammenhänge, den Prozesswärmebedarf und insbesondere auch infrastrukturell wichtige Ankerkunden. Diese Zusammenhänge sind für die Kommunale Wärmeplanung von grundsätzlicher Bedeutung, da der industrielle Energiebedarf und überregionale Zusammenhänge grundsätzliche Infrastrukturentscheidungen in den Kommunen beeinflussen.“

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