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Umfangreiche Wasserstoffkooperation in der Wesermarsch

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Autor: Magnus Schwarz

Umfangreiche Wasserstoffkooperation in der Wesermarsch
Gruppenbild bei der Unterzeichnung der Absichtserklärung zum Aufbau einer lokalen Wasserstoffwirtschaft: Vorn v.l.n.r.: Peter Schmidt (EWE Gasspeicher), Stephan Siefken (Landrat Landkreis Wesermarsch), Thorsten Wieting (EWE Netz) Hinten v.l.n.r.: Hans Francksen (Wirtschaftsförderung Wesermarsch, Matthias Blümer (Airbus Aerostructures), Lutz Stührenberg (Wirtschaftsförderung Wesermarsch), Dominik Gläßer (Rehau Automotive), Jochen Vauth (Airbus Aerostructures), Thorben Meyer (USG Blexen)), Daniela van der Ahe (DMK Deutsches Milchkontor), Carsten Büsing (Kronos Titan), Michael Kurz (Stadt Brake), Andreas Jung (Verkehrsbetriebe Wesermarsch), Nils Siemen (Stadt Nordenham), Thomas Hüser (Glencore Nordenham) (Quelle: EWE/Tobias Busch)

02. Dezember 2022 | In der niedersächsischen Wesermarsch formiert sich aus zahlreichen Unternehmen und Kommunen ein neues Wasserstoffbündnis.

Die Unternehmen Glencore Nordenham, Airbus Aerostructures, KRONOS TITAN, Verkehrsbetriebe Wesermarsch, REHAU, DMK Deutsches Milchkontor, USG-Blexen, und EWE sowie der Landkreis Wesermarsch und die Städte Brake (Unterweser), Elsfleth und Nordenham wollen gemeinsam Wasserstoffprojekte im Landkreis Wesermarsch umsetzen und damit die Transformation der Region auf dem Weg in die Klimaneutralität voranbringen.

Am Donnerstag haben Stephan Siefken (Landrat Landkreis Wesermarsch), Lutz Stührenberg (Geschäftsführer der Wirtschaftsförderung Wesermarsch) Nils Siemen, (Bürgermeister Stadt Nordenham), Michael Kurz (Bürgermeister Stadt Brake / Unterweser), Brigitte Fuchs (Bürgermeisterin Stadt Elsfleth), Thomas Hüser (CEO Glencore Nordenham), Matthias Blümer, (Leiter Standortdienste Airbus Aerostructures), Jochen Vauth (Leiter Finance Airbus Aerostructures), Carsten Büsing (Werkleiter KRONOS TITAN GmbH Werk Nordenham), Andreas Jung (Geschäftsführer Verkehrsbetriebe Wesermarsch), Dr. Dominik Gläßer (Leiter REHAU Automotive Werk Brake), Daniela van der Ahe (Werkleiterin des Standort Strückhausen, DMK Deutsches Milchkontor), Thorben Meyer (Geschäftsführer USG-Blexen), Peter Schmidt (Geschäftsführer EWE GASSPEICHER) und Thorsten Wieting (Leiter der Netzregion Oldenburg/Varel bei EWE NETZ) im Technologiezentrum in Nordenham eine Absichtserklärung unterzeichnet.

Die Partner planen unter anderem, in der Wesermarsch eine Wasserstoffinfrastruktur zu schaffen, über die die beteiligten Unternehmen und perspektivisch weitere Abnehmer mit Wasserstoff versorgt werden können. Konkret ist der Bau eines regionalen Wasserstoffleitungsnetzes geplant. Dieses soll an eine Wasserstoff-Transportleitung angebunden werden, so dass eine direkte Verbindung zu Wasserstofferzeugungsanlagen und Wasserstoffspeichern entsteht. Die vorgelagerte Infrastruktur soll unter Vorbehalt einer Fördergenehmigung Rahmen des europäischen IPCEI-Programmes entstehen.

Zukunftsorientierte Industrie im ländlichen Raum

Die Wesermarsch ist ein zukunftsorientierter Industriestandort im ländlichen Raum, im Umfeld der vier städtischen Zentren Bremen, Bremerhaven, Oldenburg und Wilhelmshaven. Große Industrieunternehmen sind ebenso ansässig wie kleine und mittelständige Unternehmen sowie Existenzgründer. Um Produktion, Logistik und auch den öffentlichen Personennahverkehr nachhaltiger zu gestalten und langfristig klimaneutral werden zu lassen, kommt dem Einsatz von Wasserstoff eine bedeutende Rolle zu.

Michael Kurz, Stadt Brake (Unterweser):

„Um die Energiewende zu erreichen, ist aus meiner Sicht der Einsatz von Wasserstoff von großer Bedeutung. Der Landkreis Wesermarsch bietet für die Erzeugung und Speicherung von Wasserstoff hervorragende Rahmenbedingung. Die Stadt Brake (Unterweser) hat mit seinem vom Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur geförderten Projekt ‚H2BrakeCO2‘, in dem CO2-freie Hafen- und Logistikprozesse untersucht wurden, eine gute Grundlage geschaffen. Auf diese gilt nun aufzubauen und in die Umsetzung zu kommen. Ich freue mich auf die Zusammenarbeit aller Player im Landkreis Wesermarsch, um unseren Beitrag zur Energiewende zu leisten.“

Nils Siemen, Stadt Nordenham:

„Nordenham ist der Sitz zahlreicher Industriebetriebe, in denen über 5.000 Mitarbeiter/innen arbeiten. Die Stadt unterstützt die Betriebe auf ihren Weg hin zur CO2-Neutralität über verschiedenen Aktivitäten. Neben grünem Strom kommt dabei auch Wasserstoff, beispielsweise als Ersatz von Erdgas oder in den karbonbasierten Produktionsprozessen, eine wichtige Rolle zu. Neben der Sicherung von Arbeitsplätzen erhoffen wir uns mit der Verfügbarkeit von grünem Wasserstoff außerdem eine weitere Verbesserung unserer Standortbedingungen und positive Auswirkungen auf Ansiedlungsentscheidungen von Unternehmen.“

Lutz Stührenberg, Wirtschaftsförderung Wesermarsch:

„Die Wesermarsch besitzt alle Voraussetzungen, um die komplette Wertschöpfungskette der Wasserstoffwirtschaft abzubilden. Die verschriftlichte Wasserstoffkooperation zwischen den regionalen Partnern in der Wesermarsch zeigt, dass man hier Hand in Hand mit gemeinsamen Kräften voranschreitet. Die Wirtschaftsförderung Wesermarsch wird dabei unterstützten, Wertschöpfung und eine zukunftsfähige Energieversorgung für die Wirtschaft vor Ort herzustellen.“

Matthias Blümer, Airbus Aerostructures:

„Die Airbus Gruppe hat sich mit dem konzernweiten Nachhaltigkeitsprogramm high5+ ambitionierte Ziele zur Verbesserung des ökologischen Fußabdrucks innerhalb dieses Jahrzehnts gesetzt. Mit der Nutzung von grünem Wasserstoff als Energieträger kann der Standort Nordenham einen wesentlichen Beitrag zur Dekarbonisierung der Industrie und damit der Reduzierung klimaschädlicher Treibhausgas-Emissionen leisten. Wir freuen uns daher, gemeinsam mit kompetenten Partnern in der Region den Auf- und Ausbau einer Wasserstoffversorgung im und für den Nordwesten voran treiben zu können.“

Carsten Büsing, Kronos Titan:

„Eine Klimaneutralität bis 2045 erfordert eine grundlegende Transformation der Energieversorgung. Der Umbau der Industrie – weg von fossilen und hin zu erneuerbaren Energiequellen und Rohstoffen – in den Zeiten des geopolitischen Umbruchs, ist gegenwärtig die zentrale Managementherausforderung. Die Anbindung der Wesermarsch mit ihren Industrieschwerpunkten entlang der Weser an die im Aufbau befindliche Wasserstoff-Infrastruktur im Nordwesten ist dabei von zentraler Bedeutung. Wir begrüßen daher ausdrücklich die Initiative ‚Wasserstoffkooperation‘ und freuen uns, die Transformation in der Wesermarsch in enger und vertrauensvoller Zusammenarbeit mit den beteiligten Kooperationspartnern aktiv zu begleiten.“

Vielfältige Anwendungsmöglichkeiten für Wasserstoff

Andreas Jung, Verkehrsbetriebe Wesermarsch:

„Als Betreiber des öffentlichen Personennahverkehrs können wir den Antrieb mit alternativen Kraftstoffen und damit die Verkehrswende für alle Bürger erlebbar machen. Wir können zeigen, dass die Abkehr von fossilen Brennstoffen gelingt. Grünen Wasserstoff für die Beförderung der Menschen in der Wesermarsch einzusetzen, wäre ein großer Schritt zur Klimaneutralität.“

Dr. Dominik Gläßer, REHAU:

„Als produzierendes Unternehmen benötigen wir Gas unter anderem für unsere Lackieranlagen. Mit Blick auf unsere Nachhaltigkeitsstrategie suchen wir permanent auch nach alternativen Lösungen der Energiegewinnung und -versorgung. Wasserstoff hat Potenzial, bringt hinsichtlich der Herstellung und der notwendigen Infrastruktur aber momentan noch Herausforderungen mit sich. Als Interessensgemeinschaft stellen wir uns diesen Aufgaben gemeinsam.“

Daniela van der Ahe, DMK Deutsches Milchkontor:

„DMK hat sich über die Teilnahme an der Science Based Target-Initiative zu engagierten Klimazielen verpflichtet. Insbesondere der perspektivische Einsatz von Wasserstoff könnte einen wesentlichen Beitrag leisten, um hochwertige Babynahrung am Standort Strückhausen im Landkreis Wesermarsch mit erheblich geringeren Emissionen herstellen zu können.“

Peter Schmidt, EWE GASSPEICHER:

„Wir sind davon überzeugt, dass die Energiewende und die damit verbundene Abkehr von fossilen Energieträgern mit Wasserstoff gelingen wird. Um die nationale Wasserstoffstrategie mit Leben zu füllen und das Thema Wasserstoff gemeinsam voranzubringen, braucht es allerdings viele Player. Wir bündeln daher gemeinsam mit Partnern unsere Kräfte und Kompetenzen entlang der gesamten Wertschöpfungskette, von der Erzeugung grünen Wasserstoffs, über den Transport und die Speicherung bis zum Einsatz in der Industrie und in der Mobilität, bringen den Markteintritt gemeinsam voran.“

 

(EWE/2022)

 

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