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Wasserstoffdorf Bitterfeld-Wolfen mit Innovationspreis der deutschen Gaswirtschaft ausgezeichnet

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Autor: Elisabeth Terplan

Wasserstoffdorf Bitterfeld-Wolfen mit Innovationspreis der deutschen Gaswirtschaft ausgezeichnet
Das Projektteam des Wasserstoffdorfs Bitterfeld-Wolfen nahm den Innovationspreis am 12. Oktober 2022 in Berlin entgegen. Erste Reihe v.l.: Prof. Robert Huhn (HTWK Leipzig), Anna Schwert (MITNETZ Gas), Michael Schneider (MITNETZ Gas), Silvio Küster (MITNETZ Gas); hintere Reihe v.l.: Tilman Wilhelm (Laudator, Deutscher Verein des Gas- und Wasserfaches), Dr. Jörg Nitzsche (DBI-Gruppe), Gert Müller-Syring (DBI-Gruppe), Thai Son Bui (HTWK Leipzig), Raymond Mothes (DBI-Gruppe), Dirk Hünlich (MITNETZ Gas) Foto: Claudius Pflug/Zukunft Gas

2ß. Oktober 2022 | Am 12. Oktober 2022 wurde das Wasserstoffdorf mit dem Innovationspreis der deutschen Gaswirtschaft in der Kategorie „Anwendungsorientierte Forschung“ ausgezeichnet.

Wasserstoff soll einen wesentlichen Beitrag zur Energiewende leisten, denn er lässt sich mithilfe erneuerbarer Energien erzeugen und anschließend transportieren und speichern. Damit er in Industrie und Privathaushalten genutzt werden kann, bedarf es einer entsprechenden Infrastruktur. Wissenschaftler der Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur Leipzig (HTWK Leipzig) testen seit Mai 2019 im Wasserstoffdorf im Chemiepark Bitterfeld-Wolfen gemeinsam mit der Mitteldeutschen Netzgesellschaft Gas mbH (MITNETZ Gas) und der DBI Gas- und Umwelttechnik GmbH unter realen Bedingungen, wie Wasserstoff sicher, kostengünstig und umweltverträglich verteilt werden kann.

Das Wasserstoffdorf Bitterfeld-Wolfen

Im Wasserstoffdorf in Bitterfeld-Wolfen wird auf einer Versuchsfläche von 12.000 km² der Transport von Wasserstoff erprobt. Herzstück ist das 1.400 m lange Verteilnetz, an welches eine Gasdruckregel- und -messanlage sowie ein Versuchscontainer mit Messtechnik angeschlossen sind. Bis 2040 wollen die europäischen Gasnetzbetreiber ein Wasserstoffnetz betreiben und dazu überwiegende Teile ihrer heutigen Infrastruktur umstellen und weiterentwickeln. Die Forschung im Wasserstoffdorf Bitterfeld-Wolfen ergab, dass prinzipiell die vorhandene Erdgasinfrastruktur nach Prüfung und gegebenenfalls Anpassung auch für Wasserstoff genutzt werden kann. Allerdings geben die bisher für Gasverteilnetze verwendeten Kunststoffmaterialien Reststoffe in den transportierten Wasserstoff ab.

Für bestimmte Anwendungen wie beispielsweise Brennstoffzellen wird besonders reiner Wasserstoff benötigt. Daher erforschen Ingenieure der DBI-Gruppe, welche Materialien für den Transport von besonders reinem Wasserstoff geeignet sind und wie sie sich im Langzeitbetrieb bewähren. Ein Team um HTWK-Professor Robert Huhn wertet umfassende Monitoringdaten des Wasserstoffdorfs aus und analysiert die gesamte Wasserstoffwertschöpfungskette im Rahmen einer Ökobilanzierung (Life Cycle Analysis). Die MITNETZ Gas wiederum entwickelt Strategien für Betrieb und Instandhaltung von Wasserstoffverteilnetzen.

Das Wasserstoffdorf Bitterfeld-Wolfen entstand im Rahmen des Forschungsprojekts HYPOS mit Fördermitteln des Bundesforschungsministeriums. Die aktuellen Forschungsaktivitäten werden im Projekt H2-Infra aus Mitteln des Bundesministeriums für Wirtschaft und Klimaschutz gefördert.

(Quelle: HTWK Leipzig/2022)

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