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Stahlhersteller Georgsmarienhütte und EWE geben Wasserstoffkooperation bekannt

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Autor: Elisabeth Terplan

Geben ihre Zusammenarbeit bekannt: Dr. Alexander Becker (l.), CEO der GMH Gruppe, und EWE-Vorstandsvorsitzender Stefan Dohler. Gemeinsam wollen sie mit Wasserstoffprojekten die Transformation der Region auf dem Weg in die Klimaneutralität voranbringen. Foto: © Marco Ophaus

25. August 2023 | Der Stahlhersteller Georgsmarienhütte und der Energiedienstleister EWE wollen gemeinsam Wasserstoffprojekte umsetzen und “die Transformation der Region auf dem Weg in die Klimaneutralität” voranbringen.

Am 24. August haben Dr. Alexander Becker, CEO der GMH Gruppe, und EWE-Vorstandsvorsitzender Stefan Dohler in Georgsmarienhütte bei Osnabrück eine entsprechende Absichtserklärung unterzeichnet. Ziel ist, die CO2-Emissionen bei der Stahlherstellung zu reduzieren. Ab 2039 soll der Stahl aus Georgsmarienhütte unter anderem durch den Einsatz von Wasserstoff vollständig klimaneutral hergestellt werden. Partner EWE will dafür grünen Wasserstoff aus Erzeugungsanlagen im Nordwesten Deutschlands liefern.

Klimaneutrale Stahlherstellung ab 2039

Zu den Gründen der geplanten Kooperation äußert sich Dr. Alexander Becker, CEO der GMH Gruppe: „Bis 2039 soll unsere Stahlproduktion klimaneutral sein. Als Zwischenschritt wollen wir unsere Emissionen bis zum Jahr 2030 bereits halbieren. Mit unserer Leittechnologie Elektrostahl und optimierten Prozessen sowie dem Einsatz von Wasserstoff statt Erdgas ist das realistisch machbar. Auf dieser Basis werden wir bis 2039 klimaneutral Stahl produzieren und einen wesentlichen Beitrag zum Erreichen der Pariser Klimaschutzziele von 2015 leisten.“

Die Georgsmarienhütte galt seinerzeit als Pionier im Einsatz von Elektrolichtbogenöfen, in denen nahezu 100 % Stahlschrott recycelt wird. Gegenüber der üblichen Hochofenroute entstünden im Elektrostahlwerk fünf Mal weniger CO2-Emissionen.

Durch die Nutzung von Ökostrom werde dieser Wert nach Angaben des Unternehmens weiter reduziert. Darüber hinaus setze das Unternehmen seit kurzem auch biogene Kohle für die Stahlproduktion ein, was die Emissionen um weitere 25 % reduziere.

Verbindendes Großprojekt „Clean Hydrogen Coastline“ als Basis

Ausgangspunkt der großtechnischen Herstellung des grünen Wasserstoffs von EWE sei Stefan Dohler zufolge das verbindende Großprojekt „Clean Hydrogen Coastline“. Dieses bringt Erzeugung, Speicherung, Transport und Nutzung in Industrie und im Schwerlastverkehr zusammen und setzt damit die politischen Forderungen um.

Mit dem Großprojekt hatte sich EWE im Februar 2021 im Rahmen des europäischen IPCEI-Programmes (Important Project of Common European Interest) für eine Förderung beworben und im Mai 2021 die zweite Stufe des Verfahrens erreicht. Aktuell wird die Förderung auf europäischer Ebene geprüft.

Fördergenehmigung auf europäischer Ebene notwendig

„Wir wollen an systemdienlichen Standorten nahe der deutschen Nordseeküste bis zu 400 MW Elektrolysekapazität aufbauen,“ sagt Stefan Dohler, „aus der wir je nach Absatzmarkt ab 2026 jährlich bis zu 40.000 t grünen Wasserstoff produzieren können.“

Darüber hinaus bestehe die Möglichkeit, die Erzeugungskapazitäten in den nächsten zehn Jahren bedarfsgerecht bis in den GW-Maßstab auszubauen. Der grüne Wasserstoff soll auch bei GMH zum Einsatz kommen. Transportiert werden soll der Wasserstoff aus den EWE-Anlagen über neu entstehende Wasserstoffpipelines, die unter anderem im Großprojekt „Clean Hydrogen Coastline“ und im geplanten Vorhaben „HyPerLink“ des Ferngasnetzbetreibers Gasunie erstellt werden.

Dazu finden bereits Gespräche mit möglichen Infrastrukturbetreibern statt. Über die Pipelines könnte eine infrastrukturelle Einbindung der GMH-Anlagen sichergestellt werden. Durch die Positionierung der EWE-Produktionsanlagen an wichtigen Offshore-Anbindungspunkten besteht zudem die Möglichkeit, den Import von grünem Wasserstoff zu integrieren. Für die Vorhaben sei jedoch eine zügige Fördergenehmigung auf europäischer Ebene notwendig.

 

(Quelle: EWE/2023)

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