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Kärnten testet ersten Wasserstoff-Bus im Linienbetrieb

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Autor: Redaktion

Kärnten testet ersten Wasserstoff-Bus im Linienbetrieb
Thomas Reisinger, Vorstand für Operations Infineon Technologies Austria AG, und Kärntens erster Wasserstoffbus halten an der neuen Chipfabrik von Infineon am Standort Villach.

Kärnten setzt zur Dekarbonisierung des Öffentlichen Verkehrs verstärkt auf Wasserstoff. Gemeinsam mit Partnern aus der Industrie und Wirtschaft soll im Rahmen einer Wasserstoffstrategie künftig grüner Wasserstoff in Kärnten produziert und in der Industrie und im Öffentlichen Verkehr zum Einsatz kommen.

Vom 18. bis 28. Mai konnte jeder den im 12-Meter langen, wasserstoffbetriebenen ‚Solaris urbino 12 hydrogen‘ selbst erfahren. Durch die Streckenführung wird die Technologie sowohl im beschleunigten, überregionalen Verkehr, als auch im Stadtverkehr erprobt. Insbesondere die Reichweite, das Fahrgefühl und die Betankung stehen im Fokus. In der Testphase erfolgt die Betankung des Fahrzeuges über eine eigens nach Kärnten gelieferte mobile Wasserstoff-Tankstelle. Täglich wird der Bus mit rund 37 Kilogramm Wasserstoff befüllt. Die Betankung dauert nur rund zehn Minuten, der Bus hat eine Reichweite von bis zu 350 Kilometer. Während der Testphase legt der Bus täglich bis zu 240 Kilometer zurück. „Die ersten Tage zeigen bereits, dass sich der Antrieb im täglichen Dauereinsatz gut bewährt. Wenn alles nach Plan verläuft, wird in Kärnten bereits 2022 eine Wasserstoff-Tankstelle errichtet, ein Jahr später können dann die ersten Busse im Dauerbetrieb eingesetzt werden“, erklärt Landesrat Sebastian Schuschnig.

Doppelte Nutzung des Wasserstoff

Mit dem Projekt H2Carinthia Kärnten plant das Land Kärnten ab 2023 gemeinsam mit Infineon, Postbus, OMV, Linde Gas unter wissenschaftlicher Begleitung der HyCentA Reseach GmbH, grünen Wasserstoff zu produzieren und wieder aufzubereiten. Damit soll Wasserstoff doppelt genutzt werden und nach der industriellen Nutzung auch im Öffentlichen Verkehr als Treibstoff zum Einsatz kommen.

Die erste Region, in der mittelfristig wasserstoffbetriebene Busse zum Einsatz kommen sollen ist Villach. Bürgermeister Günther Albel betont: „Die Wasserstoff-Initiative passt ideal zu unseren Maßnahmen, Mobilität in Villach energieoffen zu denken. Wir wissen, dass zukunftsfähige Konzepte aus vielen Ansätzen bestehen müssen, die allesamt auf Dekarbonisierung des Verkehrs abzielen. Wir haben zuletzt mehr als eine Million Euro in den Ausbau der Fahrradinfrastruktur gesteckt, einen elektrisch betriebenen E-Citybus installiert, 25.000 Villacherinnen und Villacher mit Taktbuslinien versorgt, mit den ÖBB um mehr als eine Million Euro eine Stadtbahnstation in Landskron gebaut und Sharing-Modelle gefördert. Noch nie war in der Villacher Verkehrsfrage so viel Bewegung. Wasserstoff-Busse sind ein höchst willkommener weiterer Schritt.“

Thomas Reisinger, Vorstand für Operations Infineon Technologies Austria AG: „Die Vorbereitungen für die Produktion von grünem Wasserstoff aus erneuerbaren Energiequellen am Infineon Standort Villach laufen nach Plan. Wir werden die Wasserstoffanlage aus heutiger Sicht Anfang 2022 in Betrieb nehmen. Wir begrüßen im Sinne einer intelligenten Kreislaufwirtschaft sehr, dass sich die Pläne, den grünen Wasserstoff nach dem Einsatz in der Chipproduktion im öffentlichen Busverkehr zu nutzen, nun konkretisieren. Bei einer Menge von rund 300 Kilogramm auf gereinigtem grünen Wasserstoff täglich können rund 1,5 Millionen Buskilometer jährlich klimaneutral betrieben werden, das entspricht in etwa den Buskilometern, die in der Stadt Villach in zwei Jahren zurückgelegt werden“.

 

(Quelle: Infineon)

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