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H2Direkt: Wasserstoff-Pioniere gefunden

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Autor: Elisabeth Terplan

H2Direkt: Wasserstoff-Pioniere gefunden

Das Wasserstoff-Pilotprojekt H2Direkt macht entscheidende Fortschritte: Haushaltskund:innen im Testgebiet unterzeichnen ihre Verträge für eine Wärmeversorgung mit 100 % Wasserstoff. Mit Vaillant steht zudem der Kooperationspartner für die H2-Brennwertgeräte fest. H2Direkt ist Teil des Leitprojekts TransHyDE des Bundesministeriums für Bildung und Forschung. Das Forschungsvorhaben zeigt, wie bestehende Infrastrukturen für erneuerbare Gase genutzt werden können.

Im innovativen Forschungsprojekt H2Direkt stellen Thüga und Energie Südbayern (ESB) zusammen mit der Energienetze Bayern einen bestehenden Gasnetzabschnitt in Markt Hohenwart auf 100 % Wasserstoff um. Zehn Haushalte im Siedlungsgebiet „Am Kerschberg II“ und ein Gewerbebetrieb sollen ab der Heizperiode 2023/2024 für zunächst circa 18 Monate mit Wasserstoff heizen. Die entsprechenden Verträge zwischen ESB und den Kund:innen sind nun unterzeichnet.

„Damit haben wir einen wichtigen Meilenstein geschafft. Die Offenheit und das Interesse unserer Kunden am Thema Wasserstoff im Wärmebereich ist die Grundlage für unsere enge Zusammenarbeit“, erklärt Mathias Stierstorfer von Energienetze Bayern, der bei H2Direkt die Abstimmung mit den beteiligten Haushalten vor Ort koordiniert. „Wir freuen uns, dass wir aufgeschlossene Wasserstoff-Pioniere gefunden haben. Sie demonstrieren gemeinsam mit uns, dass eine klimaneutrale Wärmeversorgung mit Wasserstoff in bestehenden Gasnetzen funktioniert.“ Thüga-Innovationsmanagerin Béatrice Angleys ergänzt: „Unser Signal an die Politik: Eine effiziente Wärmwende und Versorgungssicherheit sind machbar, wenn wir die vorhandene Infrastruktur für erneuerbare Gase nutzen. Aktuell gibt es hierzulande kein vergleichbares Projekt. Wir schaffen eine Blaupause für die Wärmeversorgung in ganz Deutschland.“

H2-Brennwertgeräte werden eingebaut

Die Umstellung des Netzabschnitts auf reinen Wasserstoff kommt mit nur wenigen baulichen Maßnahmen an den Netzkomponenten aus. In den Haushalten werden die Heizungen gegen hochmoderne H2-Brennwertgeräte getauscht. Hier verstärkt Vaillant als Experte der Heizungswirtschaft das Innovationsprojekt und liefert 100%-H2-fähige Brennwertgeräte. „Vaillant hat in den letzten vier Jahren ein Wasserstoff-Brennwertgerät entwickelt, das nun für H2Direkt zertifiziert wurde und im gemeinsamen Feldtest eingesetzt wird. Wir sind uns sicher, dass sich H2-Technologien in naher Zukunft im Gebäudebereich etablieren und damit ein weiteres Standbein für eine klimaneutrale Wärmeversorgung sein werden. Die Technik ist bereits ausgereift. Feldtests wie H2Direkt bilden die Grundlage für die Gesetzgebung einer zukünftigen, klimafreundlichen Energieversorgung“, sagt Alexander Schuh, Leiter Verbandsmanagement und verantwortlich für alle deutschen Wasserstoffprojekte von Vaillant.

Die technischen Gegebenheiten vor Ort und der Bestand an Installationen sind bereits aufgenommen. Im nächsten Schritt geht es unter anderem um die Detailplanung für die Umstellung des Netzes. Die regelwerkskonforme Abnahme des Ortsnetzes und der Inneninstallationen für den Betrieb mit Wasserstoff erfolgt durch Sachverständige des DVGW (Deutscher Verein des Gas- und Wasserfaches).

Standort für Einspeiseanlage steht fest

Außerdem steht der Standort für die Wasserstoff-Trailerstation und die Einspeiseanlage fest. Die Regens-Wagner-Stiftung stellt dafür ein unbebautes Grundstück zur Verfügung. Sie betreibt in Hohenwart eine integrative Einrichtung, in der Menschen mit und ohne Behinderung arbeiten, wohnen und leben. Die angeschlossene Schreinerei bezieht zudem als Gewerbekunde innerhalb des Forschungsprojekts H2Direkt Wasserstoff für die Wärmeversorgung. Der klimafreundliche, grüne Wasserstoff wird in Tanks, sogenannten Trailern, geliefert.

Über die Wasserstoff-Leitprojekte

H2Direkt wird als Teil des Leitprojekts TransHyDE mit Mitteln des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert. TransHyDE bewertet und testet Wasserstoff-Transportlösungen. Es umfasst vier Demonstrationsprojekte und fünf wissenschaftliche Projekte.

(Quelle: Thüga/12.1.23)

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