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Neuer Knotenpunkt für Wasserstoff in Wilhelmshaven: bp prüft Ausbau

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Autor: Magnus Schwarz

Neuer Knotenpunkt für Wasserstoff in Wilhelmshaven: bp prüft Ausbau
Löschung eines mit Rohöl beladenen Schiffes bei der Nord-West-Oelleitung in Wilhelmshaven (Quelle: bp)

19. Januar 2023 | bp will den Bau eines neuen Knotenpunkts für Wasserstoff in Wilhelmshaven prüfen. Das gab der britische Mineralölkonzern kürzlich bekannt. Im Rahmen des Projekts soll ein Ammoniak-Cracker entstehen, der ab 2028 jährlich bis zu 130.000 t kohlenstoffarmen Wasserstoff aus grünem Ammoniak bereitstellen könnte.

Das neue Terminal soll die Lieferung von grünem Ammoniak aus internationalen, grünen Wasserstoffprojekten von bp ermöglichen. Der Cracker wandelt den grünen Ammoniak in grünen Wasserstoff um, indem er das größere Molekül in seine kleineren Stickstoff- und Wasserstoffkomponenten aufspaltet. Diese können im Anschluss an den Prozess direkt verwendet werden.

Die Anlage könnte laut bp bis zu 130.000 t Wasserstoff pro Jahr produzieren. Bei entsprechender Marktentwicklung für neue Kraftstoffe wäre es zudem möglich, das Projekt auszubauen.

Das Projekt würde auf der bestehenden Infrastruktur des NWO-Terminals in Wilhelmshaven aufbauen, an dem bp bereits beteiligt ist. Mit seinem Tiefwasserhafen und seinem Pipelinesystem gilt es als wichtiges Energieterminal und eine mögliche Stütze der Energiewende in Deutschland.

Energieumschlagplatz und Wasserstoff-Hub Wilhelmshaven

In der Pressemitteilung schlägt bp zudem vor, bestehende ungenutzte Öl-Pipelines zu verwenden und vorhandene Pipeline-Infrastruktur für den Wasserstofftransport umzurüsten. Der kohlenstoffarme Wasserstoff könnte dann zu Kunden im Ruhrgebiet und anderen Nachfragezentren geliefert werden.

Patrick Wendeler, Vorstandsvorsitzender der BP Europa SE, sagt:

„Wir verfügen über das Wissen und die Möglichkeiten, um die gesamte Wertschöpfungskette der grünen Wasserstoffproduktion abzubilden. Das schließt auch die Umwandlung in Derivate wie Ammoniak, den Transport und die anschließende Rückumwandlung ein. So können wir Kunden mit dem grünen Wasserstoff beliefern, den sie benötigen.

 

Die Entwicklung dieses Projekts würde unseren deutschen Kunden zu größerer Unabhängigkeit bei einer Reihe von kohlenstoffarmen Energieprodukten verhelfen. Wilhelmshaven kann bereits auf eine stolze Energiegeschichte zurückblicken. Wir hoffen, dass unser Wasserstoffprojekt dazu beiträgt, das nächste Kapitel aufzuschlagen und Deutschland dabei unterstützt, seine Klimaziele zu erreichen.”

Felipe Arbelaez, Senior Vice President Wasserstoff und CCS bei bp, sagte:

„Die Importanlage ergänzt das globale Wasserstoffprojektportfolio von bp. Aktuell bauen wir eine Reihe von Wasserstoff- und Ammoniakexportstandorten im Nahen Osten, in Afrika und in Australien auf. Diese könnten in den kommenden Jahren einen Teil der europäischen Nachfrage decken. Dies ist ein weiterer wichtiger Schritt, um kohlenstoffarmen Wasserstoff zu produzieren und an Kunden in der ganzen Welt zu liefern.“

Christian Meyer, Umweltminister des Landes Niedersachsen, ergänzte:

„Um als Industriestandort langfristig wettbewerbs- und widerstandsfähig zu bleiben, müssen wir eine bezahlbare, klimaneutrale und sichere Energieversorgung gewährleisten. Dafür ist es wichtig, dass wir unsere Versorgungsquellen diversifizieren und weniger Abhängigkeiten schaffen. Das neue Wasserstoffzentrum von bp in Wilhelmshaven kann hierbei eine wichtige Rolle spielen.

 

Gleichzeitig treibt es die Energiewende in Deutschland weiter voran und stärkt Wilhelmshaven als wichtige Drehscheibe für den Import regenerativ erzeugter, grüner Energie. Wir brauchen auf dem Weg zur Klimaneutralität dringend die neue Niedersachsengeschwindigkeit. Denn wir haben beim Schutz des Klimas keine Zeit mehr zu verlieren.“

Teil von Get H2 und Lingen Green Hydrogen

Das geplante Projekt ist das jüngste in einer Reihe von bp-Wasserstoffprojekten in Deutschland. Es folgt auf die Projekte Get H2 Nukleus und Lingen Green Hydrogen.

Gemeinsam sollen sie energieintensive Branchen wie die Chemie- und Stahlindustrie dabei unterstützen, die CO2-Emissionen ihrer Produktionsverfahren zu reduzieren.

 

(Quelle: bp/2023)

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