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Stadtwerke Bochum beteiligen sich am Wasserstoffzentrum Hamm

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Autor: Magnus Schwarz

Stadtwerke Bochum beteiligen sich am Wasserstoffzentrum Hamm
(Quelle: Stadtwerke Bochum)

20. Januar 2023 | Die Stadtwerke Bochum beteiligen sich mit 20 Prozent am Projekt Wasserstoffzentrum Hamm. Ab 2025 will der Energieversorger hier Wasserstoff produzieren.

Mit der Beteiligung wollen die Stadtwerke das von Trianel und den Stadtwerken Hamm initiierte Elektrolyseur-Projekt bis voraussichtlich Ende 2023 zum Baubeschluss zu führen.

Der geplante Elektrolyseur soll eine Leistung von 20 MW haben und damit bei geplanten 4.000 Vollaststunden bis zu 1.500 t grünen Wasserstoff pro Jahr produzieren können. Die Stadtwerke Bochum erhalten mit ihrer Beteiligung 20 % der am Standort produzierten Wasserstoffmengen. Kostenpunkt der Anlage: rund 25 Mio. €. Wie der Wasserstoff von Hamm nach Bochum transportiert werden soll, ist noch unklar.

„Die Stadtwerke Bochum beweisen mit dem Einstieg in das Wasserstoffzentrum Hamm Pioniergeist und setzen einen starken Impuls für die innovative Umsetzung der Energiewende“, sagt Bochums Oberbürgermeister Thomas Eiskirch.

 

„Wasserstoff wird für den Wirtschaftsstandort Ruhrgebiet eine immer wichtigere Rolle spielen. Frühzeitig Wasserstoffmengen zu sichern ist eine kluge Entscheidung, um diese zukunftsweisende Energie für unseren ÖPNV, unsere Abfallwirtschaft und weitere Bereiche zu nutzen. Wir holen Zukunftsenergie ins Ruhrgebiet.“

Hamm bald „westfälisches Zentrum für grünen Wasserstoff”?

„Das ist ein Riesenschritt auf dem Weg zur Produktion von grünem Wasserstoff in Hamm. Die positiven Ergebnisse der Machbarkeitsstudie und die Aufnahme der Stadtwerke Bochum in den Gesellschafterkreis zeigen: Unser ehrgeiziges Ziel, zur Mitte des Jahrzehnts in Uentrop grünen Wasserstoff zu produzieren, steht.

 

Hamm wird damit zum westfälischen Zentrum für grünen Wasserstoff, dem Treibstoff für die produzierende Wirtschaft und Mobilität von Morgen. Wir verbinden damit die Energiewende mit einer dynamischen Wirtschaftsentwicklung. Darauf kommt es bei der Transformation an“, hebt Marc Herter, Oberbürgermeister der Stadt Hamm hervor.

Elektrolyseur auf Gelände des Trianel Gaskraftwerks

Eine Machbarkeitsstudie für das Wasserstoffzentrum hat im letzten Jahr ergeben, dass die die Voraussetzungen für den Bau eines Elektrolyseurs und die regionale Verwendung des dort produzierten Wasserstoffs gegeben sind. Als geeigneter Standort für den Elektrolyseur haben die Untersuchungen das Gelände des Trianel Gaskraftwerks Hamm identifiziert.

Es verfügt über eine gute Anbindung an die Bundesautobahnen A1 und A2, über eine Anbindung an eine der großen Nord-Süd-Stromtrassen sowie über eine integrierte und systemdienliche Strom- und Gasinfrastruktur.

„Gemeinsam mit den Stadtwerken Hamm und Bochum planen wir bis voraussichtlich Ende 2023 den Baubeschluss herbeizuführen und nach einer Bauzeit von ca. 15 Monaten bereits 2025 Wasserstoff in und für Westfalen produzieren zu können. Wir freuen uns, mit unseren langjährigen Partnern erneut kommunale Pionierarbeit für den Umbau der Energiewirtschaft leisten und den Energiestandort Hamm weiterentwickeln zu können.

 

Das Projekt zeigt, dass Wasserstoff auch im ländlichen Raum eine wichtige Option für die Dekarbonisierung in den Bereichen Mobilität und Industrie ist, die in der politisch dominierten Diskussion der Mega-Projekte an Industriestandorten deutlich mehr Beachtung finden sollte.

 

Das Wasserstoffzentrum Hamm ist das richtige Projekt zur richtigen Zeit, um auch den politisch gewünschten Wasserstoff-Hochlauf in Deutschland mit einem kommunalen Projekt voranzutreiben“, so Sven Becker, Sprecher der Geschäftsführung von Trianel, fest.

Die Studie zeigt, dass das Projekt wegen der Infrastrukturvorteile am Standort und der Transport- und Absatzwege für den hier produzierten Wasserstoff über Schiene, Straße und Wasserstraße wirtschaftlich ist.

Zudem wurde festgestellt, dass Möglichkeiten für Ausbau und Nutzung erneuerbarer Energien in Hamm und Umgebung für die Stromversorgung der geplanten Elektrolyseanlage bestehen. Hier könnte das geplante Projekt auch von Grünstrom-Direktlieferungen profitieren.

(Stadtwerke Bochum/2023)

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