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Studie: Wie kommt MENA-Wasserstoff günstig nach Europa?

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Autor: Magnus Schwarz

Angekündigte Wasserstoffprojekte in der MENA-Region. Insgesamt gibt es laut ILF-Studie bislang rund 75
© ILF / Bulk Transport Options for Green Molecules, S. 11
MENA

06. Februar 2024 | In einer aktuellen Studie beleuchtet das Ingenieurunternehmen ILF Beratende Ingenieure mit der von Dii Desert Energy initiierten „MENA Hydrogen Alliance”, wie grüner Wasserstoff aus dem Mittleren Osten und Nordafrika kosteneffizient in die Industriezentren Europas gelangen kann. Mit einer optimalen Transportroute seien Kosten von bis zu 0,19 € pro kg Wasserstoff möglich.

Die Autoren der Studie „Bulk Transport Options for Green Molecules” untersuchen die Transportmöglichkeiten von Wasserstoff und seinen Derivaten zwischen Europa und der MENA-Region (Middle East North Africa). Dabei behandeln sie alle verfügbaren Transportmethoden und -wege. Neben reinem Wasserstoff sind das vor allem Ammoniak sowie organische Kohlenwasserstoffe (LOHC).

Wie andere Studienautoren kommen auch die ILF-Experten zu dem Schluss, dass bestehende Gas-Pipelines den günstigsten und schnellsten Transportweg zwischen Nordafrika und Europa darstellen. Diese ließen sich mit relativ geringem Aufwand umrüsten und mit dem geplanten European Hydrogen Backbone (EHB) verbinden. Auch neu zu bauende Wasserstoffpipelines könnten kostengünstig betrieben werden, so die Studie. Das Preisspektrum bewege sich zwischen 0,19 Euro (umgenutzt) und 0,80 Euro (neu gebaut) pro kg Wasserstoff. Damit wären die Kosten zwei- bis zehnmal günstiger als der Schiffstransport.

„Pipelines können zehn- bis zwanzigmal mehr Energie als Unterseekabel transportieren – und das zu einem deutlich günstigeren Preis. Dennoch erwarten wir das Entstehen von weiteren Unterseekabeln, wie zum Beispiel zwischen Tunesien und Italien oder Ägypten und Griechenland,” kommentiert Cornelius Matthes, CEO von Dii Desert Energy dieses Studienergebnis.

Seeweg „interessante Alternative”

Der Transport via Schiff stelle eine “interessante Alternative” zur Pipeline dar. Zwar sei er teurer, doch könnten der niedrigere Investitionsaufwand sowie die größere Flexibilität die Kostendifferenz ausgleichen. Als Transportmedium biete sich dabei aus bekannten Gründen primär Ammoniak an.

Zum einen bieten zahlreiche Häfen schon heute eine entsprechende Transportinfrastruktur, zum anderen könne es in diversen Anwendungen ohne energieaufwendiges Cracking direkt genutzt werden. Der Augsburger Maschinenbauer MAN entwickle etwa entsprechende Schiffsmotoren. Weitere Transportmedien wie Dimethylether (DME) böten ebenfalls ein hohes Potenziell, allerdings gebe es hier noch Entwicklungsbedarf.

Wasserstoff soll Commodity werden

Insgesamt gebe es in der MENA-Region derzeit etwa 75 Projekte zur Herstellung von grünem Wasserstoff, so Matthes. Pipelineverbindungen über das Mittelmeer seien demnach „die logische Verlängerung des geplanten European Hydrogen Backbone Netzes”:

„Emissionsfrei erzeugter Wasserstoff wird zu einer ,Commodity’, einem weltweit gehandelten Produkt werden. Wer sich den kostengünstigen Zugang sichert, wird im internationalen Wettbewerb deutliche Vorteile haben.”

Um die Herausforderungen der verschiedenen Akteure der Wasserstoffwirtschaft zu verdeutlichen, haben Dii und ILF mit der Erstellung eines zusätzlichen Berichts begonnen. Er soll die Perspektiven eines breiten Spektrums von Unternehmen innerhalb des Wasserstoffsektors aufzeigen und bei der Koordination helfe, indem er die Sichtweise jedes Unternehmens darlegt.

Die komplette Studie finden Sie hier.

(Quelle: ILF/2024)

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