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Zukunft Gas präsentiert Studie “Wasserstoff entfesseln”

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Autor: Magnus Schwarz

Zukunft Gas präsentiert Studie “Wasserstoff entfesseln”
Dr. Simon Schäfer-Stradowsky, Dr. Arnt Baer, Dr. Timm Kehler und Dr. Harvard Nymoen während des Pressefrühstücks zur Vorstellung der Studie: "Wasserstoff entfesseln - welchen Rahmen braucht der Markthochlauf?" (v.l.n.r. / Tobias Vollmer)

23. Juni 2022 | Eine einheitliche europäische Begriffsdefinition von Wasserstoff, ein Herkunftsnachweissystem für den Handel und die Aufnahme von Wasserstoff in das Gebäudeenergiegesetz: Dies sind die die wichtigsten Hebel, um den Wasserstoffhochlauf in Deutschland zu gewährleisten. Im Rahmen einer Pressekonferenz hat Zukunft Gas gemeinsam mit dem Institut für Klimaschutz, Energie und Mobilität (IKEM) und der Gelsenwasser AG die Ergebnisse vorgestellt.

Die Studie trägt den Titel „Wasserstoff entfesseln – welchen Rahmen braucht der Markthochlauf“. Sie beleuchtet rechtliche und wirtschaftliche Rahmenbedingungen für einen erfolgreichen Aufbau der Wasserstoffwirtschaft in Deutschland. Zukunft Gas hat die Studie in Auftrag gegeben, um mehr Klarheit in die teils unübersichtliche Gesetzeslage zu bringen.

Dr. Timm Kehler, Vorstand von Zukunft Gas, erklärt: „Der rechtliche Rahmen für Wasserstoff ist hochkomplex. Er erstreckt sich von der EU bis zur nationalen Gesetzgebung und findet sich in Gesetzen zu Erdgas, Erneuerbaren Energien, der Energiewirtschaft und sektorspezifischer Gesetzgebung.“

Inhalte

Die Studie identifiziert zusammen mit zahlreichen Akteuren der Gaswirtschaft die größten Hemmnisse für einen Wasserstoffhochlauf. Für die 13 wichtigsten Hemmnisse wurden rechtspolitische Maßnahmen entwickelt. Anschließend kategorisierten die Autoren sie nach Wirksamkeit und Umsetzungsaufwand.

„Mit der Studie wurde ein wichtiger Überblick geschaffen, um die legislativen Hürden aufzuheben. Nur ein ganzheitlicher Blick auf die Gesetzgebung ermöglicht, im Gesetzes-Dschungel die richtigen Entscheidungen zu treffen. Am Ende steht oder fällt eine Wasserstoffwirtschaft mit dem Rechtsrahmen, denn am Umsetzungswillen der Gasunternehmen mangelt es nicht“, so Kehler.

Die Studie umfasst rechtspolitische Handlungsempfehlungen entlang der gesamten Wertschöpfungskette. Nach der Kategorisierung der Maßnahmen ermöglichen drei eine besonders hohe Strahlkraft für den Hochlauf einer Wasserstoffwirtschaft.

Dr. Simon Schäfer-Stradowsky, Geschäftsführer des IKEM und federführend für die Studie verantwortlich, fasst die wichtigsten Erkenntnisse zusammen:

„Wir haben konkrete Vorschläge dazu erarbeitet, was jetzt politisch geschehen muss, um den Gasbereich als wichtigen Baustein der Energiewende zügig klimaneutral zu gestalten. Es gibt bereits unzählige Studien und politische Strategien zum Thema, jedoch geschah bis jetzt bei weitem nicht genug, um die Ziele wirklich umzusetzen. Unsere Vorschläge integrieren sich perfekt in das aktuelle EU-Recht, bieten eine präzise Strategie und sind durch die Zusammenarbeit mit ‘Zukunft Gas’ mit den Stakeholdern aus der Branche abgestimmt.“

Wasserstoff für die Wärmewende

Dr. Håvard Nymoen, Geschäftsführer von con|energy consult ergänzt:

„Die Schlüsselmaßnahmen sind eine klare, europäische Definition von ‚renewable‘ und ‚low carbon‘, Wasserstoff mit realistischen Anforderungen sowie die Einführung eines Herkunftsnachweissystems, um einen europäischen Handel zu ermöglichen. Auf nationaler Ebene ist es nun allerhöchste Zeit, dass die Klimawirkung von Wasserstoff Einzug in das Gebäudeenergiegesetz hält.“

Dr. Arnt Baer, Leiter Politik und Verbände beim kommunalen Versorger Gelsenwasser AG, machte anhand konkreter Beispiele aus seinem Unternehmen deutlich, was die aktuellen regulatorischen Rahmenbedingungen in der Umsetzung bedeuten. Zudem zeigte er auf, welche Verbesserungen die Handlungsempfehlungen des Gutachtens zur Folge hätten:

„Die Aufnahme von Wasserstoff in das Gebäudeenergiegesetz scheint mir für die Wärmewende im Versorgungsgebiet der Gelsenwasser notwendig. Die Hälfte der Deutschen heizt mit Gas, hier ist es nicht anders. Mit dem Ziel des Koalitionsvertrages, ab 2025 nur noch Heizungen mit einem Mindestanteil von 65 Prozent erneuerbarer Energie einzubauen, bleibt vielen Menschen keine Chance, sich zu dekarbonisieren. Viele Bestandsbauten müssten wir umfangreich sanieren, das können und wollen sie gerade jetzt nicht leisten. Und auch die Stromnetze müssten vor einem großräumigen Einsatz von Wärmepumpen ausgebaut werden. Die Politik sollte offen an das Thema rangehen und grünen Wasserstoff als Alternative zulassen!“

 

Zur vollständigen Studie gelangen Sie hier.

 

(Zukunft Gas/2022)

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